Arztpraxen & Kliniken

KI in der Praxis — ohne dass Patientendaten die Praxis verlassen.

Ärzt:innen verlieren täglich Stunden mit Kommunikation, Anamnesevorbereitung und Dokumentation. KI kann hier massiv entlasten — aber nur, wenn sie im eigenen Haus läuft. Cloud-KI ist mit Patientendaten für die meisten Praxen keine Option.

Empfehlung: lokales LLM / On-Premise. Patientendaten unterliegen § 203 StGB und dürfen die Praxis strukturell nicht verlassen.

Rechtlicher Rahmen: Berufsgeheimnisträger nach § 203 StGB. Die Wissensbox löst die Datenschutz­frage nicht durch Verträge, sondern durch Architektur.

Anwendungsbeispiele

Anamnese- & Sprechstundenassistent

Vorbereitung, Notizen, Zusammenfassungen — direkt aus dem Praxis-Kontext.

Praxis-Wissensbasis

Leitlinien, SOPs, Formulare, Verordnungen — semantisch durchsuchbar, mit Quellen.

KI-Mail-Assistent

Antwortvorschläge und Klassifizierung eingehender Patientenmails.

Terminierung & DoctoLib-Frame

Bestehende Termin-Tools eingebunden, ohne Medienbruch im Alltag.

Interne Workflows

Wiederkehrende Praxisabläufe als Workflows mit Aufgaben & Verantwortlichkeiten.

Patienten-Kommunikation

Content-Engine für Info-Materialien, Newsletter, Website-Texte.

Hintergrund & Kontext

Wo Ärzt:innen im Alltag Zeit verlieren

Eine typische hausärztliche Praxis verbringt laut Zi-Praxis-Panel und KBV-Statistiken jede Woche 8–12 Stunden mit Kommunikation außerhalb der Sprechstunde: Rezeptanfragen, Terminverschiebungen, Rückfragen zu Befunden, Weiterleitungen an Fachpraxen. Dazu kommen Dokumentationspflichten für DMP, Abrechnung und Qualitätsmanagement, die vor allem am Feierabend erledigt werden.

KI kann diese Aufgaben nicht ersetzen, aber vorbereiten. Ein KI-Assistent liest eingehende Patientenmails, klassifiziert sie (Rezept / Terminwunsch / medizinische Frage / Sonstiges), schlägt eine Antwortstruktur vor und markiert Fälle, die zwingend die Ärztin selbst ansehen muss. Das MFA-Team arbeitet die Vorschläge ab, die Ärztin sieht nur die wirklich medizinisch relevanten Fälle. Ergebnis: 60–70 % weniger Zeit in der Praxis-Mail, ohne dass die Sorgfaltspflicht leidet.

Anamnese und Sprechstunden-Vorbereitung

Der Sprechstundenassistent erhält von der Patient:in vor dem Termin die wichtigsten Angaben strukturiert per Web-Formular (nicht als E-Mail!). Beschwerden, Dauer, Medikation, Vorerkrankungen. Die KI erstellt eine kompakte Vorab-Notiz, die die Ärztin vor dem Betreten des Behandlungszimmers auf einen Blick erfasst — inklusive Hinweisen, welche Leitlinien für die vermutete Diagnose relevant sein könnten.

Wichtig: Der Assistent stellt keine Diagnose. Er strukturiert Informationen und verweist auf Wissen. Die Verantwortung für Diagnose und Therapie bleibt vollständig bei der Ärztin. Damit ist der Assistent kein Medizinprodukt im Sinne der MDR — ein rechtlicher Unterschied, der über die Einsatzfähigkeit entscheidet.

Warum das nur lokal funktioniert

§ 203 StGB (Verletzung von Privatgeheimnissen) verbietet, patientenbezogene Daten Dritten zugänglich zu machen. Auch mit AV-Vertrag ist die Übermittlung an einen US-Cloud-Anbieter juristisch heikel — spätestens seit Schrems II und mit Blick auf CLOUD Act und aktuelle Rechtsprechung. Deutsche Ärztekammern raten explizit von der Nutzung öffentlicher KI-Dienste für Patientendaten ab.

Die lokale Wissensbox löst das Problem nicht auf dem Papier, sondern in der Architektur: Die Daten verlassen das Praxis-Netz zu keinem Zeitpunkt. Der Assistent läuft entweder auf einem Server im Praxis-Serverraum oder auf einer dedizierten Instanz in einem deutschen Rechenzentrum, das von uns technisch, aber nicht mit Zugriff auf Klartext-Daten betrieben wird.

Häufige Fragen

Ersetzt der KI-Assistent die ärztliche Diagnose?

Nein. Der Assistent strukturiert Informationen, fasst zusammen und verweist auf Leitlinien und Praxis-SOPs. Diagnose und Therapie-Entscheidung bleiben vollständig bei der Ärztin. Damit ist der Assistent kein Medizinprodukt nach MDR.

Wo werden Patientendaten gespeichert?

Ausschließlich in der Praxis oder in einer dedizierten deutschen Instanz mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Weder wir noch der Hosting-Anbieter haben Zugriff auf Klartext-Inhalte. Kein Datentransfer in Drittstaaten.

Wie ist das mit § 203 StGB und Berufsgeheimnis?

Der lokale Betrieb ist die einzige Konstellation, in der KI-Nutzung mit Patientendaten unstrittig zulässig ist. Wir unterstützen bei der Einbindung des Datenschutzbeauftragten und der schriftlichen Dokumentation gegenüber KV und Ärztekammer.

Können wir bestehende Systeme (PVS, DoctoLib, jameda) weiter nutzen?

Ja. Der Assistent sitzt neben Ihren bestehenden Systemen, nicht statt ihnen. Termindaten kommen weiter aus DoctoLib, Patientenakten aus dem PVS. Die KI liest bei Bedarf aus, ohne die Systeme zu ersetzen.

Welche Hardware brauchen wir in der Praxis?

Für kleine Praxen genügt ein leiser Mini-Server mit einer Consumer-Grafikkarte (RTX 4090 oder vergleichbar), Größenordnung 4.500–6.500 € einmalig. Für Gemeinschaftspraxen oder MVZ empfehlen wir dedizierte Server ab ca. 12.000 €.

Was passiert, wenn das System ausfällt?

Der Praxisbetrieb ist nicht davon abhängig. Alle bestehenden Systeme (PVS, Termin, Dokumentation) laufen unabhängig weiter. Die KI ist ein Assistenzsystem, kein Rückgrat. Bei Ausfall arbeiten Sie wie bisher — nur ohne die Zeitersparnis.

Passende Referenz

Sprechstundenassistent

KI-Begleiter für den Praxisalltag: Mail-Assistent, Sprechstunden-Vorbereitung, Praxis-Wissen und Terminverwaltung in einer Oberfläche.

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Kontakt

Stadtbewohner KI — KI-Agentur aus Taunusstein (Rhein-Main-Gebiet). Kostenloses KI-Erstgespräch für Unternehmen aus Wiesbaden, Frankfurt, Mainz, Bad Homburg und Umgebung.

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E-Mail: design@stadtbewohner.com